Mittwoch, 21. November 2012

Argentinien - Buenos Aires


Nun sind die letzten Tage in Südamerika angebrochen. Darum trifft es sich gar nicht schlecht den krönenden Abschluss in Buenos Aires zu erleben, einer Stadt, die noch so vieles an Leidenschaft und kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat - da fällt der Abschied gar nicht leicht!
Buenos Aires hat ca. 13 Millionen Einwohner und laut Auskunft eines sehr zuverlässigen Taxlers sind 4 Millionen davon Pendler, die wochentags in die Stadt strömen.


Wir begannen unseren Stadtrundgang beim Obelisken, der über die Avenida 9 de Julio tront, eine sechsspurige Straße. Ob dies jedoch für 13 Millionen ausreicht sei dahingestellt...


 Avenida San Martin

Einkaufsstraßen sowohl mit allen möglichen Trödlern und Fastfoodläden als auch mit den besten und teuersten Boutiquen sind hier zuhauf zu finden. Die Stadt beherbergt jedoch auch riesige Parks und Grünanlagen, die die Argentinier liebend gern für Sport- und Freizeitaktivitäten nutzen.


Parkanlagen im Stadtviertel Palermo

 Ja, richtig! Wieder einmal Radlfahren...


Die Straßen von Buenos Aires an einem Streiktag. Wie leergefegt, bis auf den Müll...
Streiken ist nach Fußball offensichtlich der beliebteste Nationalsport der Südamerikaner. Gibt´s also auch in Argentinien.



Wir fühlten uns fast wie zuhause. Buenos Aires machte es uns nicht schwer:

 Endlich Schwarzbrot!!!



Doch was allgegenwärtig an fast jeder Ecke zu finden war, ist der Tango bzw. alle Arten lateinamerikanischer Rhythmen. Bereits an unserem ersten Abend fand eine Art brasilianischer Karnevalumzug in unserem Wohnviertel San Telmo statt. Da kann man einfach nicht still stehen!

 
 Avenida Defensa, San Telmo

Tags darauf, noch nicht ganz nüchtern, schländerten wir durch Straßenmärkte und Tangovorführungen in den Gassen und Plätzen von Buenos Aires.





Ein weiteres nettes Viertel mit bunten Gassen und noch mehr Tango ist La Boca.  Absolut einen Besuch wert, laut Lilli!

 
 Caminito, La Boca



Nachdem wir uns für eine abendliche Tangoshow angemeldet hatten, war es nun endlich an der Zeit, Franzi dem Stadtleben anzupassen und ihn wieder etwas zu kultivieren.
Die wundersame Verwandlung des Franz H.:
 
 Einmonatige Rasurverweigerung
Rockerstyle
                                         
Nichts geht über den Manta-Manta Look
10 Jahre jünger, jetzt fehlt nur noch ein
g´scheiter Haarschnitt


Da wir uns schon einmal in der Tangometropole befanden, durften wir uns eine professionelle Tangoshow auf keinen Fall entgehen lassen. Vorallem Franzi war das sehr wichtig ;-)!         


Aber mit einer einfachen Show war es nicht getan. Zuvor erhielten wir noch eine Tanzstunde mit einem rassigen Argentinier und seiner heißen Partnerin.


Tanzen macht hungrig, und so gönnten wir uns noch vor der Vorstellung ein kleines Steak.
Fotographieren während der Show war leider nicht erlaubt. Am Besten also selbst einmal in die Hauptstadt des Tangos kommen und die wahnsinns Tänzer bewundern, ihr werdet es nicht bereuen!

 (Sabor a Tango, Buenos Aires, 18.11.2012, 21:31 Uhr)

Vielen, vielen Dank an Eva H. und Franz H. sen. für ihre Spende, die wir für diesen schönen Abend eingesetzt haben!



 Die kulinarischen Köstlichkeiten Argentiniens, ihr habt es möglich gemacht:


Fleisch, soweit das Auge reicht!!!

 (La Tablita, El Calafate, 8.11.2012, 22:06 Uhr)

Unser erstes argentinisches Steak verdanken wir Ingeborg. K und Anna K. Danke vielmals, es war wirklich ein Fest!


 
 (Restaurant Rey, Buenos Aires, 19.11.2012, 13:58 Uhr)

Einige weitere kulinarische Köstlichkeiten, wie die wunderbaren Empanadas und das eine oder andere Achterl argentinischen Rotweins haben wir Dank den drei Schiffls aus der Schubertstraße genossen! Vielen, vielen Dank!!!


(Restaurant Desnivel, Buenos Aires, 17.11.2012, 20:34 Uhr)

Vielen Dank an Christine S. der edlen Spenderin der Bifes de Lomo und an Scheini der uns die Restaurantempfehlung gegeben hat.




(La Brigada, Buenos Aires, 20.11.2012, 22:14 Uhr)

Im La Brigada werden die Steaks mit dem Löffel geteilt. Das sagt wohl alles. Danke an Barbara P. für den Gaumenschmauß.

Samstag, 17. November 2012

Argentinien - Patagonien


Der Perito-Moreno-Gletscher

Nachdem wir Chile an einem Tag verlassen hatten, an dem das Wetter, wie sollte es anders sein, patagonisch typisch wieder verrückt zu spielen schien, ging´s weiter nach El Calafate. Dieses schnell wachsende Dorf im argentinischen Teil Patagoniens ist nicht nur wegen seiner wahnsinnig guten Steaks, sondern vorallem auch wegen des Perito-Moreno-Gletschers, der im 80km entfernten Parque National Los Glaciares liegt, zum touristischen Magneten herangewachsen. 


Man kann Stunden damit verbringen die 60m hohen Gipfel des Perito-Moreno-Gletschers zu beobachten und zuzusehen, wie eine Zacke nach der anderen bricht, krachend hinunter fällt und anschließend als kleine Eisberge im Wasser dahin treiben.

Der Perito-Moreno-Gletscher

Hier sieht man s´ Wasser noch spritzen nach dem Brechen einer Eiszacke

Er ist 35 km lang und 60 m hoch. Während weltweit die meisten Gletscher zurück gehen, gilt dieser als stabil und ist auf jedenfall einen Besuch wert!


Kann man die winzig kleinen Passagierschiffe daneben noch erkennen?
 
 
Doch schön langsam würden ein paar Sonnentage auch nicht schaden... Also versuchen wir unser Glück im Norden Patagoniens - El Chalten, wir kommen!

El Chalten  

Das winzige Dorf El Chalten ist in den letzten Jahren schon fast zur Wanderhauptstadt Patagoniens herangewachsen! Bankomaten gibt´s im ganzen Dorf nur einen einzigen, was uns schon am ersten Tag fast um´s Abendessen brachte. Der wird nämlich auch nicht jeden Tag mit Nachschub versorgt, also wenn man Pech hat kann man ohne Bares gleich wieder umdrehen...
Auch Empfang gab´s keinen und eine Internetverbindung, die einem mehr Nerven kostete, als es von Nutzen war. Aber dafür wurden wir beschenkt mit den 3 schönsten, wärmsten und sonnigsten Tagen, die wir in Patagonien verbringen durften!
 
 
El Chalten von oben

Jeden Tag stand eine mindestens 6-stündige Wanderung auf dem Programm. Nachdem das Bergaufgehen Lilli´s Laune nicht immer gut bekommt, waren auch einige schweigende Stunden darunter, die aber beim Bergabgehen umso lebhafter kompensiert wurden, zuerst mit ein paar Flüchen und dann mit viel Gelächter!

Am ersten Tag nach unserer Ankunft machten wir uns auf zur Laguna Torre. Die Wanderung führte uns durch wunderschöne Landschaften und frühlingsgrüne Wiesen und Wälder.


Der Weg zur Laguna Torre




Die Andengipfel liegen noch in weiter Ferne
Endlich an der Laguna angelangt wird der Gipfel des Cerro Torre, des darüber tronenden Berges ersichtlich. Direkt in der Lagune endet ein Ausläufer des hinter den hier zu sehenden Bergipfel liegenden Viedma-Gletschers. Und dazu die lang ersehnten Sonnenstrahlen!!! Was will man mehr...

... Unser wohl verdientes Mittagessen, Schinken-Käse-Sandwich und ein Snickers (wie beinahe schon jeden Tag) aßen wir in der Lagune, gleich neben der Gletscherwand...

Mittagsschlaferl neben dem Gletscher - endlich Sonne!!!

Laguna Torre und die dahinter liegenden Gipfel des Cerro Torre



Am nächsten Tag ging´s weiter, nachdem erstaunliche weise der Muskelkater vom Vortag, der uns kaum mehr g´scheit stehen hat lassen, wie durch Zauberhand übernacht verschwunden war...

Der eingeschlagene Weg führte uns in Begleitung einer ganz netten Schweizerin zur Laguna de los Tres. Ja, wieder eine Lagune, aber wieder ganz anders...

Der Weg zur Laguna de los Tres



Aus der Ferne bereits ersichtlich - der Gipfel des Cerro Fitz Roy


Nach einem ziemlich steilen letzten Anstieg und den letzten paar Metern durch den nun schon schmelzenden Schnee kam endlich das lang ersehnte Ende an der Laguna de los Tres, die wir uns ein wenig anders vorgestellt hätten...


Die Lagune selbst war vollkommen bedeckt mit Schnee und Eis und somit eigentlich gar nicht ersichtlich. Dafür aber eine wahnsinns Bergkulisse, vor der wir uns wieder unser Sandwich schmecken ließen - NIE WIEDER Schinken-Käse-Sandwich nach 3 wöchiger Sandwich-Diät!!!


Der Rückweg
Die Laguna Capri, bei der wir am Heimweg vorbei kamen

 
Der letzte Tag in El Chalten beschehrte uns strahlenden Sonnenschein und wunderschöne, fast menschenleere Landstriche im tiefsten Patagonien.

Wir machten uns auf den Weg zum Loma del Plique Tumbado, auf 1490m Höhe, was hieß, dass wir noch einmal 1000 Höhenmeter vor uns hatten...



Teile des Wegs legten wir wieder besser schweigend zurück... (zu viel bergauf)

Dafür wars dann oben gemeinsam umso schöner. Und dieser wahnsinns Ausblick!!!

Franzi schon fast am Gipfel des Loma del Plique Tumbado. Durch den am Gipfel noch liegenden Schnee war das letzte Stück jedoch unpassierbar...

Hier konnten wir noch einmal die Laguna Torre und sogar beide Berggipfel (Cerro Fitz Roy und Cerro Torre) sehen.

 Greg und Lilli

Unterwegs trafen wir noch Greg, ein schrulliger Engländer, der bei uns im Hostel wohnte und der Rezeptionistin während seines Aufenthalts durch seine ständigen Fragen das Leben schwer machte. Diesmal beschloss er sich sich uns anzuschließen. Ein laaaaaaaaaaaaaaaannnnnggggeeeeeerrrrr Weg nach unten...

Ein letzter Blick...

Ushuaia - Tierra del Fuego

Nachdem wir uns von El Chalten Verabschiedet hatten, begaben wir uns auf eine scheinbar endlose Reise. Sie begann um 3 Uhr nachts in El Calafate und endete nach zweimaligem passieren der chilenisch-argentinischen Grenze und einer Fährenfahrt um 9 Uhr abends in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt.

Am Weg nach Ushuaia

In Ushuaia angelangt wurden wir zuerst mit einem Appartement überrascht! Gebucht war ein Doppelzimmer mit bano compartito, aber wir hatten ein riesen Glück mit Eduardo, unserem neuen Vermieter und fühlten uns in den nächsten 4 Tagen, wie zuhause!

Doch auch hier wurde die Umgebung erkundet. Der Nationalpark Tierra del Fuego liegt 12 km westlich von Ushuaia. Es führen wunderschöne Wanderwege im Nationalpark den Beagle-Kanal entlang, doch mit Regen ist alles einfach nur halb so schön...




Wir wollten uns schon beinahe wieder auf den Heimweg begeben, aber die Sonne ließ dann doch nicht vergebens auf sich warten und zeigte sich endlich in Begleitung eines wunderschönen Regenbogens...



Einmalig sch ne verlassene Buchten...



... und glasklare Lagunen uns Seen lagen vor uns.



Ein Biberdamm - die Landplage im Tierra del Fuego

Auch einen Gletscher mit Namen Glaciar Martial gab es angeblich zu sehen. Er sollte sich laut Reiseführer und Touristeninformation auf den angrenzenden Hügeln von Ushuaia befinden...

Franzi auf der Suche nach dem Gletscher

Der Weg zum "Gletscher"


Vielleicht lag es auch an unserer Wahrnehmung, doch nach den w hrend der letzten Tage gesammelten Eindrücken konnten wir den dort oben zu findenden Eisklumpen beim besten Willen nicht als Gletscher bezeichnen. Aber der Blick auf Ushuaia und den Beagle-Kanal war dafür ausgezeichnet.


Was wäre das Feuerland ohne einen Besuch der Pinguine...

Flagtrees

Am Weg dorthin konnten wie einige Spuren des sonst so starken, heute aber erträglichen Winds erkennen - die sogenannten Flagtrees krümmen sich in Windrichtung.



Mit dem Boot ging´s dann zur Pinguinkolonie auf einer nahe dem Ufer gelegenen Insel.



Unsere Reiseleiterin machte uns am Boot noch darauf aufmerksam die Tiere nicht durch laute Geräusche zu stören. Ihre Stimme war jedoch auch ohne Megaphon bestimmt noch bis zum kilometerweit entferneten Ushuaia zu hören...


Schon bei unserer Ankunft auf der Insel waren bereits einige Magellanpinguine zu sehen.


Ein eigenartiges Gefühl neben frei lebenden Pinguinen zu wandern...




Wir kamen gerade zur Brutzeit. Am Bild oben zu sehen sind Nester, die gerade von Pinguinen bebrütet werden. Unter ihnen befindet sich auch ein hier sonst nicht heimischer Königspinguin (der mit dem gelben Bauch). War wahrscheinlich zu Besuch hier...

Ja, wer ist denn da?


So, jetzt wird´s Zeit die Insel wieder zu verlassen. Für den Franzi zu verwirrend da...


Ab geht´s nach Buenos Aires. Die Menschenmassen werden ihn schon wieder richten, hoffentlich...